Erectile Dysfunction: From Bark to Pill to Stem Cell and Beyond

Auf dem diesjährigen amerikanischen Urologen Kongress (AUA San Diego 2016) stellte Prof. Tom Lue von der Universität San Francisco die Ergebnisse der 14 jährigen Tätigkeit seiner Arbeitsgruppe in der Stammzellforschung bei peniler erektiler Dysfunktion vor. Prof. Lue ist eine führende Kapazität auf dem Gebiet der Impotenz Forschung und klinischen Behandlung.
Im Tiermodell konnte seine Arbeitsgruppe zeigen, dass die Injektion von Stammzellen in die Penisschwellkörper bei Erektionsstörung nicht erfolgreich war und bei vorbestehender anderer Tumorerkrankung sogar zu einem beschleunigten Wachstum der Tumoren führte.

Es konnte aber eine Aktivierung der körpereigenen Stammzellen des Penis mit Hilfe niedrig energetischer Schockwellen (etwa 5 % der Energie der Stosswellen Therapie bei Steinen!), einer Regeneration von Nervenschäden der Schwellkörper und eine Regeneration der Angiogenese mit Verbesserung der Durchblutung erreicht werden.
Prof. Lue wies darauf hin, dass es aufgrund dieser Ergebnisse denkbar ist, die erektile Dysfunktion (Impotenz) durch eine zwei mal wöchentlich durchzuführende niedrig energetische Schockwellen Behandlung des Penis über etwa jeweils 5 Minuten positiv zu behandeln.
Im nächsten Schritt will seine Arbeitsgruppe die Indikationsbezogenen Frequenzen (HZ), Intensität und Zeitdauer der Schockwellenapplikation bei den unterschiedlichen Ursachen der erektilen Dysfunktion untersuchen.

Prof. Yoram Vardi, einer der Pioniere der klinischen Anwendung dieser Methode – LIST („low intensity shock wave treatment“) am Penis berichtete zeitgleich im Journal of Urology über 55 randomisierte Patienten mit Erektionsstörung, von denen 37 niedrig Energie Schockwellenbehandlung und 18 Patienten eine sogenannte Sham (Placebo) Behandlung erhielten. Alle Patienten sprachen zuvor bei schwer ausgeprägter Impotenz nicht auf die Einnahme eines PDE5 Inhibitors (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) mit einer ausreichenden Gliedsteife für die Durchführung eines vaginalen Geschlechtsverkehrs an.

Nach 12 Sitzungen mit dem Gerät Omnispec ED1000 electrohydraulic device (Medispec, Yehud, Israel) zweimal pro Woche für 3 Wochen und Wiederholung nach 3 Wochen Pause (1.500 pulses of 0,09 mJ/mm2 and 120 shock waves per minute) waren ungefähr die Hälfte der tatsächlich behandelten Patienten in der Lage mit Einnahme eines PDE5 Inhibitors eine ausreichende harte Erektion zur Durchführung eines vaginalen Geschlechtsverkehrs zu erreichen. In der Sham behandelten Gruppe war dies keinem der Männer möglich.

John K. Lattimer Lecture: Erectile Dysfunction: From Bark to Pill to Stem Cell and Beyond
Presenter: Tom F. Lue, MD, www.auanet.org ; webcasts 2016

Penile Low Intensity Shock Wave Treatment is Able to Shift PDE5i Nonresponders to Responders: A Double-Blind, Sham Controlled Study Noam D. Kitrey,, Ilan Gruenwald,, Boaz Appel, Arik Shechter, Omar Massarwa and Yoram Vardi, Journal of Urology, Vol. 195, 1550-1555, May 2016