Die PSA basierte Prostatakrebsfrüherkennungsuntersuchung wurde in den letzten Jahren aufgrund widersprüchlicher Studienergebnisse in der Ärzteschaft und Laienpresse sehr kontrovers diskutiert.

Im August 2014 wurden jetzt die 13 Jahre Nachbeobachtungsergebnisse der Europäischen randomisierten PSA Früherkennungsuntersuchungsstudie des Prostatakarzinoms (ERSPC) berichtet. In der Gruppe der Männer (50 – 74 Jahre), die sich einer PSA basierten Früherkennung unterzogen, wurden 27 Prozent weniger Todesfälle infolge einer Prostatakrebserkrankung festgestellt.1

In Deutschland wurden die Empfehlungen zu einer Früherkennung Prostatakrebs gerade in einer Leitlinie unter Beteiligung von verschiedenen Fachgesellschaften, aber auch Patientenvertreter aktualisiert. Die Leitlinie bietet eine gute Orientierungshilfe zu der Früherkennungsproblematik, einer eventuell zusätzlich erforderlichen Diagnostik und den Therapieoptionen bei nachgewiesenem Prostatakarzinom, auch unter Berücksichtigung der Kriterien für eine alleinige „aktive Überwachungsbehandlung“.

„Männer, die mindestens 45 Jahre alt sind und eine mutmaßliche Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren haben, sollen prinzipiell über die Möglichkeit einer Früherkennung informiert werden. Bei Männern mit erhöhtem Risiko für ein Prostatakarzinom kann diese Altersgrenze um 5 Jahre vorverlegt werden.
Männern, die nach der Aufklärung eine Früherkennungsuntersuchung wünschen, soll das Bestimmen des PSA-Wertes als Untersuchungsmethode angeboten werden. Zusätzlich sollte eine digital-rektale Untersuchung empfohlen werden.
Für Männer, die weiterhin eine PSA-Früherkennungsuntersuchung wünschen, sollte sich das Intervall der Nachfolgeuntersuchung am aktuellen PSA-Wert und am Alter der Patienten orientieren:
Altersgruppe ab 45 Jahren und einer Lebenserwartung > 10 Jahre:
– PSA < 1 ng/ml: Intervall alle 4 Jahre
– PSA 1-2 ng/ml: Intervall alle 2 Jahre
– PSA > 2 ng/ml: Intervall jedes Jahr

Für Männer über 70 Jahre und einem PSA-Wert < 1ng/ml wird eine weitere PSA – gestützte Früherkennung nicht empfohlen.“2

 

1Screening and prostate cancer mortality: results of the European Randomised Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC) at 13 years of follow-up

Fritz H Schröder, Jonas Hugosson , Monique J Roobol , et al.

The Lancet, Early Online Publication, 7 August 2014

doi:10.1016/S0140-6736(14)60525-0

2 Auszüge aus der aktualisierten interdisziplinären S3 Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms.

Leitlinienprogramm Onkologie | S3-Leitlinie Prostatakarzinom | Version 3.0 | September 2014