(Garolla H. et al, J Sex Med 11 (2014) 127-135)

Die sexuelle übertragbare Infektion mit Humanen Papilloma Viren verläuft überwiegend asymptomatisch und vorübergehend, kann aber auch persistieren und dann Ursache von sogenannten Genitalwarzen (Condylomata accuminata) bis zu bösartigen Tumoren (Peniskarzinom, Gebärmutterhalskrebs) sein.

Bekannte Risikofaktoren für eine HPV Infektion sind früh beginnender Geschlechtsverkehr, häufig wechselnde Sexualpartner, Sexualpartner mit bereits bestehender HPV Infektion, Rauchen, oralen Kontrazeptiva Einnahme und immunsupprimierte Personen.

Etwa 20 % der Männer sind mit HPV besiedelt. Die HPV Viren können am gesamten männlichen Genitaltrakt, vor allem im Bereich der Kranzfurche, aber auch im Sperma nachgewiesen werden. Ebenso konnte bei Mann und Frau als Folge eines ungeschützten Oralverkehrs in einem hohen Prozentsatz eine orale HPV Infektion in der Mundhöhle nachgewiesen werden. Auch diese Infektion kann völlig asymptomatisch sein, aber auch zu Geschwüren, Entzündungen, Warzen und Krebserkrankungen in diesem Bereich führen.

Bei infizierten Paaren, die Oralsex praktizieren, ist ein HPV Infektion in der Mundhöhle bei etwa 20 % nachweisbar, sehr viel häufiger bei Frauen, als bei Männern. Bis heute gibt es keine effektive Behandlung bei infizierten Paaren, so dass im Vordergrund die Sexualberatung steht.

Um eine sogenannte „Ping-Pong“ Persistenz bei infizierten Paaren langfristig zu heilen, sollten folgende Ratschläge berücksichtigt werden: Hygienemaßnahmen mit Benutzung eigener Handtücher, Reduzierung oder besser Einstellen des Nikotinkonsums und geschützter Genital-, Oral- oder Analverkehr. Zur Vermeidung einer HPV Infektion während Oral- oder Analverkehr können Latex- oder Silikontücher („Dental Dams oder Lecktücher“) über Labien oder Anus gelegt, und Kondome benutzt werden. Bei Befolgen dieser Empfehlungen sind nach etwa 18 Monaten bei der Frau und 24 Monaten beim Mann keine HPV Viren dieser vorübergehenden Infektion mehr nachweisbar.